Helmut Schweizer "Rausch & Divan"
30 OKT 09 - 23 DEZ 09

FRESH TEENY
1981/2009
Collage, Deckfarbe, Acrylglas
18 x 24 cm

LES SURVENANTS
1981/2009
Collage, Deckfarbe, Acrylglas
19 x 17,5 cm

GRADIVA
1981/2009
Collage, Deckfarbe, Acrylglas
21,5 x 39 cm

Agence Générale du Suicide
1981/2009
Collage, Deckfarbe, Acrylglas
11 x 33 cm

Max et Marcel regardant une chatte mouillée
1981/2009
Collage, Deckfarbe, Acrylglas
20 x 14 cm

DORA
aus der Serie "Den Frauen die Flügel angelegt"
1981
Gelatinesilber-Abzüge auf Barytpapier, selengetont
Edition: 7 + 3 AP
47,5 x 60,5 cm

INES
aus der Serie "Den Frauen die Flügel angelegt"
1981
Gelatinesilber-Abzüge auf Barytpapier, selengetont
Edition: 7 + 3 AP
47,5 x 60,5 cm

Den Frauen die Flügel angelegt
Gelatinesilber-Abzüeauf Barytpapier, selengetont,
Edition: 7 + 3 AP
1981, je 47,5 x 60,5 cm
Ausstellungsansicht Galerie Rupert Pfab, Düsseldorf, 2009

MADHATTAN (Installation)
2009
Stahl, Glas, Wasser, Uranin, Folie, Schwarzlicht
500 x 390 x 323 cm

MADHATTAN (Installation)
2009
Stahl, Glas, Wasser, Uranin, Folie, Schwarzlicht
500 x 390 x 323 cm

MADHATTAN (Installation)
2009
Stahl, Glas, Wasser, Uranin, Folie, Schwarzlicht
500 x 390 x 323 cm

AN AIR - CONDITIONED NIGHTMARE
1995 - 2009
Aluminium, Glas, Ventilatoren, Porzellan, Quecksilberdampflampen, Blumen, Uranin, Wasser und Gelatine,
50 x 60 x 25 cm

AN AIR CONDITIONED NIGHTMARE
Aluminium, Glas, Ventilatoren, Porzellan, Quecksilberdampflampen, Blumen, Uranin, Wasser, Gelantine
1995/2009, 50 x 60 x 25 cm

PANTHEON PER BERNINI
1981 - 2009,
DVD – Loop 13:46 min
DVD - Player, Messing, Marmor, Spiegelglas
Edition: 2
30 x 30 x 24 cm

TAKE IT AS IT COMES
2007
Digitalpigmentprint, gerahmt
Edition: 5/7
117 x 159 cm
Helmut Schweizers Ausstellung „Rausch & Divan“ thematisiert Spannungsfelder zwischen Mensch und Technik, zwischen Eros und Thanatos, zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Die Welt als Beziehung; Realität als Collage.
Im vorderen Ausstellungsraum reflektiert Schweizer zunächst eine ungezähmte, geradezu dionysische Neugier. Der Mensch als fühlendes Genusswesen steht im Fokus. Papierarbeiten von sinnlich-verlockenden Frauen werden durch eine orangefarbene Verglasung überhöht, erhalten einen warmen, gleichsam sakralen Schein, eine glorifizierte Erotik. Im Bezug dazu stehen auch die lasziven, weiblichen Engeln. Die himmlischen Wesen können direkt oder in Form einer Videoskulptur betrachtet werden. Das heimliche Spähen in einen Spiegel, drängt den Betrachter regelrecht in die Rolle eines Voyeurs, ist von einem kaum hörbaren Engelschor untermalt. Die auditiv-visuelle Wahrnehmung steht in Relation zu der Fotoarbeit, bei der die Leidenschaft eines küssenden Paares mit dem Musikzitat „Take it as ist comes“ verschmilzt.
Im Kontrast zu Schweizers gegenständlichen, sinnlichen Arbeiten steht seine vielschichtige, geradezu bedrückend wirkende Installation im zweiten Ausstellungsraum. Bereits der Titel „Madhatten“ erinnert an das Manhattan-Atomprojekt im Zweiten Weltkrieg. Gefahr und Tod sind allgegenwärtig. In dem abgedunkelten Raum tragen Metallstangen Behälter, die mit Uranin gefüllt sind. Die Anordnung des chemischen Gebildes erinnert an von Hochhäusern geprägten Städte. Auch ist dieses Konstrukt jeder Natürlichkeit beraubt, Tageslicht gibt es nicht. Es ist durch Schwarzlicht ersetzt, wodurch das fluorezierende Uranin zu einer kalten Lichtquelle wird. Kunst verschmilzt mit Naturwissenschaft, der Mensch ist aus dem Zentrum der Betrachtung genommen und lediglich in den aus der Folie ausgeschnittenen weiblichen Vornamen präsent.
Als bedeutender Künstler erlangt Helmut Schweizer (*1946) seit den 1970er Jahren mit seinen installativen Arbeiten kontinuierlich hohe Anerkennung. Er nahm an der von Jan Hoet kuratierten documenta IX teil, ist in internationalen Sammlungen vertreten und nahm an wichtigen Ausstellungen bedeutender Museen teil. In Düsseldorf waren seine Werke zuletzt im Jahr 2008 im museum kunst palast zu sehen. Im Jahr 2010 wird die Städtische Galerie Wolfsburg eine umfangreiche Retrospektive zeigen.
Annika Heidkamp