Jochen Mühlenbrink
07 SEP 07 - 20 OKT 07

Hochsitz (tiefer gelegt)
2007
Öl auf Leinwand
60 x 40 cm

Telefonzelle
2007
Öl auf Leinwand
50 x 60 cm

Jetzt am Kiosk
Öl auf Leinwand
2007
80 x 80 cm
Jochen Mühlenbrink greift in seinen Gemälden Aspekte der Gegenwartskultur auf. Dabei beleuchtet er scheinbar unspektakuläre Themen wie Kioske, Straßenschilder, Abfallbehälter, Hausfassaden, Lastautos, Tankstellen, Container. Der Mensch selbst tritt in den Bildern nicht auf, vielmehr wird man sich seiner Gegenwart durch Motive unserer Alltagswelt bewußt, die als Spuren in menschenleeren Bildern erscheinen.
Mühlenbrinks Bilder sind geprägt von Verknappung und Verdichtung. Landschaft und Architektur werden bei ihm Bedeutungsträger für Begriffe wie Stille, Schwere, Last, Schmutz, Verfall, Zerstörung, Langsamkeit, Dynamik. Der Schnee, der seine neuen Werke bestimmt, hat alles Urbane unter sich begraben, nur Architekturfragmente sind zu erkennen. Klänge und Farben scheinen verschluckt. Eine eigentümliche Stille kennzeichnet die Bilder, nachdem sich der Schnee über die Gebäude gelegt hat. Einsamkeit, Ödnis werden spürbar. Mühlenbrinks vermeintlich kühle, gegenständliche Bilder verweisen auf das Verlassensein des Menschen. Seine Bilder handeln nicht nur an ihrer Oberfläche von unserer Zeit, die sich in urbanen Spuren, aber auch in der Sehnsucht nach der Weite einer großen und rauen Natur ausdrückt.
Die Grundzüge von Mühlenbrinks Handschrift ist die Reduzierung auf Wesentliches, die Vereinfachung vor allem von Hintergründen auf flächenhafte Strukturen. Die Hell-Dunkel-Kontraste in den Landschaften folgen einer ausgefeilten Lichtregie. Die starke Atmosphäre seiner Werke, die immer Details aus einem großen Ganzen fokussieren, resultieren nicht zuletzt aus dem kompositionellen Aufbau der Bilder. Oft schräg in die Bildtiefe vorstoßende Blickachsen oder weit außerhalb des Bildgeschehens angesiedelte Blickpunkte evozieren das Gefühl von Erhabenheit.
Jochen Mühlenbrink (Jg.1980) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf. Er ist Meisterschüler von Markus Lüpertz. Seine Bilder waren im Jahr 2007 in Ausstellungen in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik in Bonn, im KIT/Kunst im Tunnel, Düsseldorf, im NRW Forum für Kultur und Wirtschaft, Düsseldorf und im Museum Baden in Solingen zu sehen.