Der Himmel leuchtet. 6 Positionen zur Collage. Eli Cortiñas, Frauke Dannert, Lucile Desamory, Daniela Georgieva, Sabrina Jung, David Wagner

07 MAI 10 - 19 JUN 10
Sabrina Jung
Sabrina Jung
Masken #40 (Katharina)
2010
Collage
10,6 x 16,4 cm
gerahmt

Sabrina Jung
Sabrina Jung
Masken #48 (Ernestine)
2010
11,8 x 15,5 cm

Daniela Georgieva
Daniela Georgieva
o.T.
2008
Collage
35,5 x 43,2 cm
gerahmt

Daniela Georgieva
Daniela Georgieva
o. T.
2009
Collage
23,3 x 33,2 cm
gerahmt

David Wagner
David Wagner
o. T.
2010
Collage
32 x 26 cm
gerahmt

David Wagner
David Wagner
o. T.
2010
Collage
56,5 x 45 cm

Lucile Desamory
Lucile Desamory
o.T.
2008
Collage
146 x 93 cm

Lucile Desamory
Lucile Desamory
o. T.
2008
Collage
29,4 x 24,9 cm
gerahmt mit Passepartout

Frauke Dannert
Frauke Dannert
o. T.
2010
Collage, Holz
51,5 x 55 cm

Frauke Dannert
Frauke Dannert
o. T.
2010
Collage, Aluminium
56,5 x 40,5 cm

Eli Cortiñas
Eli Cortiñas
The excitement of ownership
2010
Collage auf Booklet
21 x 28,5 cm
gerahmt

Eli Cortiñas
Eli Cortiñas
Don´t call it future M´am, you know it´s not
2010
Collage auf Papier, 30 x 23,5 cm (ungerahmt)
Objekt (MDF und Acryl auf Holz) 36 x 10,5 x 16 cm

Das in der Kunstgeschichte alte, aber lange Zeit nachrangig behandelte Medium der Collage erfährt seit einigen Jahren enorme Aufmerksamkeit, gerade auch bei Künstlern der jüngeren Generation.
Die Ausstellung beleuchtet 6 unterschiedliche Positionen zur Collage. Hierbei werden sowohl verschiedene Techniken, als auch die thematische Vielfalt des Mediums gezeigt. Bühnenartige Versatzstücke, Wandinstal­lationen aus Stoffcollagen, eine aus 50 Dias bestehendene, fortlaufende Projektion, die Collagen zeigt oder Collagebücher zeigen das breite Spektrum des Mediums.
Collagen kennzeichnen sich im Wesentlichen durch die Kombination unterschiedlicher Materialien wie Papier, Stoff, Karton, Fotografie, Zeitungsausschnitte, Holz, Tapete, Glas, Wachs und Sand, die dann zu Bildern kombiniert werden. Die einzelnen Elemente werden aus ihrem Ursprungskontext genommen und bekommen nun mit anderen zusammen eine neue, manchmal auch vollkommen gegensätzliche Bedeutung.
Diese Technik, durch die mit Aufkleben oder Anbringen neuer, kleiner Elemente ein Bild entsteht, gibt es sowohl in der bildenden Kunst, als auch im Film und in der Musik.

Sabrina Jung (*1978 Neuss) verwendet Porträt-Fotografien unbekannter Personen. Sie schneidet Augen-, Nasen- und Mundpartien aus und vertauscht diese untereinander, sodass verfremdete und befremdend wirkende Gesichter entstehen. Eine Identifikation der Person auf dem Portrait ist nicht mehr möglich.

In ihren Collagen aus Papier verbindet Frauke Dannert (*1979 Herdecke) Elemente aus Zeitschriften, die durch unzählige Vervielfältigung den Unikatcharakter verloren haben, zu einem geordneten Ganzen und verleiht so diesen Fragmenten neuen Wert und eine andere Bedeutung. Unter Verwendung von Architektur­elementen entstehen abstrakte Formen. Es ist ein Spiel mit der Abstraktion der Gegenstände.
Große Bedeutung hat bei Frauke Dannert auch die Materialität der verwendeten Werkstoffe. Bildträger, wie Holzplatten, Kupfer- und Pressspannstücke, und vor allem die Beschaffenheit der Farben und Oberflächen­struktur werden in die Collagen einbezogen.

Die unterschiedliche Materialität steht auch in den Papier- und Stoffarbeiten von Lucile Desamory (*1977 Brüssel) im Vordergrund. Sie entnimmt ihre Arbeitsmaterialien aus alten Magazinen, kombiniert diese mit eigenen Zeichnungen und unterschiedlich strukturiertem und farbigen Papier und Stoffen. Die ein­zelnen, farbigen Elemente harmonieren miteinander und sind präzise mit der Schere bearbeitet.
Die Collagen haben filmischen, geradezu szenischen Charakter und wirken märchenhaft verträumt. Man meint die Situation wurde nur kurz angehalten um dem Betrachter weitere Assoziationen zu ermöglichen.

Assoziationen wecken auch Daniela Georgievas (*1979 Plovdiv, Bulgarien) Collagen. Auf schwarzem, weißem oder gelblichem Hintergrund formt die Künstlerin abstrakte Gebilde und Konstellationen. Nur vereinzelt setzt sie farbige Akzente. Die Kombination von nicht gegenständlichen Formen und figurativen Abbildungen wie Gliedmaßen setzt Assoziationen frei. Freude am Detail und Kreativität, geschöpft aus dem Alltäglichen, erkennt man an der unterschiedlichen Oberflächenstruktur der Formen wie zum Beispiel einer Spitzenborte oder an karierten Stoffstücken. Bevorzugtes Material für Collagen sind Ausschnitte aus Zeit­schriften, wie es bei den beiden weiteren Künstlern überwiegend der Fall ist.

Eli Cortinas (*1976 Las Palmas de Gran Canaria) klebt und montiert Abbildungen von Frauen aus Erotik­zeitschriften der 60er und 70er Jahre, fotografische Fragmente, Typografien und Zeichnungen auf verschie­dene Bildträger, wie Spanplatten, Karton, Papier und auch Glas und kombiniert das mit akzentuiert gesetzter Malerei. Die Gesichter, Körperteile, Kleidungsstücke und Gegenstände werden durch diese Montage in eine neue Beziehung zueinander gesetzt. Das spiegelt auch die Thematik der Collagen, nämlich zwischen­menschliche Beziehungen, wider. Hier werden Rollenklischees ironisiert und so das Verhältnis zwischen Mutter-Tochter oder Mann-Frau hinterfragt.

David Wagner (*1987 Hagen) konzipiert hauptsächlich Zeitungsausschnitte, Abbildungen und Typografien auf unterschiedlich farbigen Hintergründen. Seine Collagen sind wild, bunt, kriegerisch und zeigen Aliens, Monster, Waffen, Gewalt und Elemente aus Horrorfilmen sowie pornographische Motive. Diese werden und zu neuen abstrakten, gefährlich spitz zulaufenden Figuren geformt. So präsentiert uns der Künstler eine bedrohliche Comic- und Filmwelt nach seiner Regie. Ein Collagenbuch, das wie ein Skizzenbuch über Jahre hinweg entstanden ist, rundet die Vielfalt der Colagetechniken, die in der Ausstellung gezeigt werden ab.